Osteopathie

„Der Mensch
wird geboren weich und schwach
und er stirbt hart und stark.

Die Gräser und Bäume
treten ins Leben weich und zart
und sterben trocken und dürr.
Also: das harte und starke begleitet den Tod,
das Weiche und Zarte begleitet das Leben“
(Lao-Tse)

Osteopathie ist die manuelle Diagnostik und Behandlung von Bewegungseinschränkungen am Bewegungsapparat, den inneren Organen, am Nervensystem und am Gefäßsystem.

Hat ein Mensch Schmerzen oder Einschränkungen am Bewegungsapparat, so finden sich die Ursachen hierfür sehr oft bei den inneren Organen und auch umgekehrt.

So kann z.B. durch eine Narbe oder durch eine Entzündung über die Faszien (Organhäutchen) ein Zug im Gewebe entstehen, der sich auf andere Organe überträgt. Dies kann zu Fehlhaltungen, einseitiger Überbelastung, zu Verklebungen des Bindegewebes und damit zu chronischen Schmerzen führen.

Wird ein Körperbereich in seiner Bewegung eingeschränkt, reichen die Auswirkungen bis ins letzte Glied der Bewegungskette.

Man kann es sich vorstellen, wie bei einem Zug an einer Tischdecke: zieht man an dem einen Ende einer Tischdecke, so fällt auch am entgegengesetzten Ende das Geschirr zu Boden, da alles miteinander über die “verbindende” Tischdecke (“Bindegewebe”) in Verbindung ist.

Bei der osteopathischen Behandlung fühle ich, ob und wo es Einschränkungen in der Beweglichkeit gibt. Diese Einschränkungen löse ich sanft und so kann das entsprechende Organ oder der entsprechende Bereich weitgehend wieder zu seiner gesunden Funktion zurückfinden.

Die arterielle und venöse Durchblutung wird verbessert, der lymphatische Abtransport aktiviert und die Selbstheilungskräfte angeregt.

Begründer der Osteopathie ist der amerikanische Arzt Andrew Still (1828-1917).

Schon als Kind wurde Still von seinem Vater, der auch Arzt war, oft bei seinen Patientenbesuchen mitgenommen und entwickelte so sehr früh ein leidenschaftliches Interesse für alle Lebewesen und deren Funktionen.

Dadurch, dass Still als junger Mensch an schweren Kopfschmerzen litt, setzte er sich schon frühzeitig auch mit seinem eigenen Körper und den entsprechenden Zusammenhängen auseinander.

Als er wieder einmal von einer heftigen Kopfschmerzattacke geplagt wurde, entfernte er das Holzbrett seiner Schaukel, verlängerte das Seil und legte seinen Hinterkopf auf diese Seilschlinge.

Der daduch auf seinen Hinterkopf ausgeübte Zug linderte seine Kopfschmerzen schlagartig und Still schlief ein. Als er aufwachte, waren seine Kopfschmerzen verschwunden.

Diese Technik, die er daraufhin immer wieder mit Erfolg anwandte, wurde das Schlüsselerlebnis zur späteren Entwicklung seines osteopathischen Behandlungskonzepts, das dann zunächst auch als “Die Still Behandlung” bekannt wurde.

Still war als Arzt mit den Ergebnissen und Arbeitsweisen der zeitgenössischen Medizin nicht mehr zufrieden und war überzeugt, dass viele Medikamente und Operationen medizinisch nicht notwendig gewesen wären, sondern nur Ausdruck für die Hilflosigkeit der Ärzte und Patienten war.

Still entdeckte, dass durch Krankheit immer auch die betroffene Gewebe, sowie die Verteilung der Körperflüssigkeiten in ihrer Beweglichkeit und damit in ihrer Funktion eingeschränkt ist.

Beweglichkeit und Rhythmus sind aber ein wesentliches Prinzip des Lebens und Voraussetzung für Gesundheit. Ziel einer osteopathischen Behandlung ist es deshalb, Bewegungseinschränkungen von Organen, Geweben und Gelenken aufzuspüren und die Beweglichkeit, sowie den spezifischen Bewegungsrhythmus bestmöglichst wiederherzustellen.

Den entgültigen Wendepunkt hin zur osteopathischen Behandlung war der Verlust seiner 3 Kinder, die alle an einer Meningitisepidemie starben. Still mußte als Arzt hilflos erleben, dass die damaligen Heilmittel mehr Schaden als Nutzen brachten.

Er gründete 1892 in den USA die erste osteopathische Schule mit 21 Studenten. 1900 waren es bereits 700 Studenten. Mittlerweile gíbt es in den USA 19 osteopathische Universitäten. 1917 gründete ein Schüler Stills, Littlejohn, die erste Schule für Osteopathie in England und seit einigen Jahren findet die osteopathische Behandlung auch hier in Deutschland immer mehr Verbreitung und Anerkennung.

Bitte beachten Sie: Der Gesetzgeber verlangt folgenden Hinweis:
Bei den hier vorgestellten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die, mangels wissenschaftlicher Studien, schulmedizinisch bisher noch nicht anerkannt sind. Alle Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethoden selbst.