Eigenblutbehandlung
„Blut ist ein ganz besonderer Saft“
(Goethe)
Die Eigenbluttherapie zählt zu den unspezifischen Reizmethoden, die das Immunsystem des Körpers umstimmen und die Selbstheilungskräfte aktivieren.
Dazu wird etwas Blut aus der Vene entnommen und dem Patienten zurück-
gespritzt. Es bildet sich ein kleiner Bluterguss, der durch den Reiz im Gewebe eine örtlich begrenzte Entzündungsreaktion hervorruft.
Dies führ zu einem Anstieg der Abwehrzellen (Leukozytose), einer leichten Erhöhung der Körpertemperatur und einer Beschleunigung des Stoffwechsels.
Dadurch, dass das Blut sich außerhalb des Körpers etwas verändert, wird es
als “Fremdkörper” erkannt und das Immunsystem angereizt, sich mit diesem “Fremdreiz” auseinanderzusetzen. Es kommt zu einer vermehrten Bildung von Antikörpern, einer vegetativen Gesamtumschaltung und einer verbesserten Immunitätslage.
Die Eigenbluttherapie geht zurück auf den Chirurgen August Bier (1861-1949), der Eigenblut spritzte, um die Heilung von Brüchen zu beschleunigen.
In diesem Blut sind alle Informationen des Körpers über seine Immunlage, Hormone, Stoffwechselgeschehen und vieles mehr enthalten.
Abgesehen davon, dass der Körper auf das veränderte Eigenblut mit einer gesteigerten Abwehr reagiert, enthält dieses Blut noch eine Vielzahl von weiteren körpereigenen Informationen. So kann der Organismus sich, wenn das Blut wieder zurückgespritzt wird, mit diese eigenen Informationen auseinandersetzen und dort besonders aktiv werden, wo seine „Schwachstellen“ sind, z.B. bei der Entgiftung oder bei den Abwehrkräften.
Durch Zugabe von homöopathischen Mitteln können die Abwehrkräfte noch zusätzlich gezielt angeregt oder die Entgiftungsorgane gestärkt werden.
Gelegentlich kann es auch zu einer kurzzeitigen Erstreaktion (Verstärkung der Symptome) oder zu Fieber kommen. Beides ist im Hinblick auf die Heilung durchaus positiv zu sehen.
Bei allergischen Erkrankungen sollte die Behandlung in der beschwerdefreien Zeit beginnen.
Allgemein gilt auch bei der Eigenblutbehandlung: Je akuter die Beschwerden, umso kürzer sollten die Behandlungsintervalle und die Behandlung insgesamt sein und umso chronischer die Beschwerden, umso länger sind die Behandlungsabstände und die Behandlungsdauer insgesamt.
Durchschnittlich kann man sich auf 8-12 Behandlungen einstellen.

